Umgestaltung des Pocheweihers und Renaturierung des Gosenbaches

Der Pocheweiher liegt im Siegener Ortsteil Niederschelden und staut den Gosenbach an. Er diente bis 1980 u. a. als Kühlwasserspeicher für die Stahlwerke Südwestfalen. 1996 wurde von der Stadt Siegen das Gelände des Pocheweihers wegen seiner besonderen Bedeutung für den Landschafts- und Naturschutz übernommen.

Die Staumauer des Weihers ist im Laufe der Jahre marode geworden und hält dem Wasserdruck nur noch eingeschränkt stand. Zusätzlich stellt sie ein unüberwindbares Querhindernis für die Fische im Gosenbach dar. Der Pocheweiher wird so umgestaltet, dass die Staumauer bzw. das Querbauwerk im Gewässer weitestgehend beseitigt und der Gosenbach renaturiert wird. Durch den Rückbau der Staumauer können sich Kleinstlebewesen und eine Vielzahl von Wanderfischen in diesem Bereich in Zukunft wieder durchgängig aufhalten.

2014/15 wurde zunächst ein Ersatzgewässer aus Artenschutzgründen angelegt. Lebewesen sollen einen Ersatzlebensraum finden, bevor ab Frühjahr 2016 rd. 10.000 t Sedimente aus dem Teich entfernt werden. Ein Saugbagger pumpt die Sedimente in Entwässerungsschläuche. Diese sind rd.55m lang, 15m breit und bis zu 2,2m hoch. Die entwässerten Sedimente werden abtransportiert und entsorgt. Anschließend wird der Pocheweiher vollständig entleert und die Mauer sowie Erddamm zurückgebaut und der Gosenbach umgestaltet.
Der Stauspiegel des neuen Pocheweihers ist in Zukunft ca. 1,4 Meter niedriger.

Der Startschuss zur Umsetzung fiel für den Pocheweiher am 04.11.2014 mit dem ersten Spatenstich zur Herstellung des Ersatzgewässers. Nicht nur die Herstellung eines natürlicheren Flusslaufes ist das Ziel, sondern auch die Verbesserung der Wasserqualität und damit eine größeren Vielfalt von Fauna und Flora.
Die Bauarbeiten werden zu 90 % aus Landesmitteln des Landes NRW unterstützt.

Die Kosten für den Rückbau des Pocheweihers und der Renaturierung des Gosenbaches sind mit rd. 3,1 Millionen € veranschlagt.